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Alles oder Nichts? Dann lieber die Nische!

Aus Angst, einen einzigen Kunden mit dem eigenen Angebot nicht anzusprechen, tragen viele Coaches regelrecht einen Bauchladen mit Angeboten vor sich her, die alles und jeden zum Coaching einladen. Doch die Erfahrung zeigt, dass ALLES anzubieten NICHTS (oder nur wenig) bringt. Wie finden Coaches also ihre Nische, ohne Möglichkeiten zur Klientengewinnung auszuschließen?

Über die Nische wird viel diskutiert. Profis sind sich jedoch einig, dass die Positionierung in einer Nische mehr Interessenten zu Kunden macht als das allgemeine Angebot. Warum ist das so? Und wie finde ich meine Nische? Zuallererst ist es so, dass die meisten Interessenten sich mit einem bestimmten Problem auf die Suche nach einem Coach machen, der ihnen dabei weiterhilft. Dem Interessenten geht es dabei vermutlich wie dir, wenn du ein Problem hast: Du suchst nach demjenigen, der ein Experte für deinen Sachverhalt ist. Hast du ein Beziehungsproblem, gehst du zu einer Paarberatung, bei beruflichen Fragen zu einem Experten in Sachen Arbeitsrecht und wenn du Fragen zu deiner Buchführung hast, gehst du zum Steuerberater.

Genauso geht es dem Interessenten an Coaching. Er hat ein spezielles Anliegen und sucht jemanden, zu dem er schnell Vertrauen fassen kann. Jemanden, der ihn in seiner Problematik versteht. Findet er bei seiner Suche einen Coach, der alles und nichts anbietet, wird er diesen vermutlich als „Wald-und-Wiesen-Coach“ wahrnehmen, dem er erst alles lang und breit erklären muss. Hierfür möchte der potenzielle Klient aber vermutlich weder Zeit noch Geld aufwenden.

Vorteile für Nischen-Coaches

Der oben beschriebene Interessent wird mit seinem Anliegen sehr wahrscheinlich zu dem Coach gehen, der ein Experte für diesen Bereich ist. Er wird sich dem Nischen-Coach anvertrauen, der seine Problemstellung gut kennt, der ihn versteht und der sein Problem nachvollziehen und einordnen kann. Auch vertraut der potenzielle Kunde eher darauf, dass dieser Coach eine Lösung für ihn finden wird.

Ein häufiges Argument gegen eine Positionierung in einer Nische ist die Ansicht, dass dann nur noch die Klienten mit diesem speziellen Problem zu dir kommen und alle anderen nicht mehr. Doch selbst, wenn das so richtig sein sollte, wären das immerhin 100 % mehr, als wenn kaum jemand zu dir kommt, weil dich die potenziellen Klienten für einen „Wald-und-Wiesen-Coach“ halten. Wie du an dem Beispiel oben gesehen hast, suchen die Klienten jedoch gezielt nach einem Experten. Wenn du also der Experte in einer Nische bist, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass diese Kunden zu dir kommen und nicht zu jemanden, der in ihren Augen kein Experte ist. Denn selbst wenn jeder Coach mit einer bestimmten Ausbildung im Prinzip jedes Thema abdecken kann – für den Klienten ist das nicht ersichtlich, denn er kennt die Ausbildungen ja nicht, er hat also nicht den gleichen Wissensstand wie die Profis.

Die Spezialisierung als Anreiz

Und was ist dir lieber? Kaum Klienten oder vor allem die Klienten deiner Nische (dafür aber dann fast alle mit einem bestimmten Problem)? Welche Spezialisierung würde dir dann am meisten Spaß machen? Wozu bist du am besten ausgebildet (Teambildung, Familien, Burn-out etc.)? Die Erfahrung zeigt, dass spezialisierte Coaches eher aufgesucht werden als breit aufgestellte Coaches. Und sie werden im Zusammenhang mit einer bestimmten Thematik häufiger empfohlen. Zwar werden dich dann die Klienten mit anderen Problemstellungen eher nicht aufsuchen – doch die würden auch wegbleiben, wenn du breit aufgestellt wärst, da sie ohnehin nach einem Experten suchen. Die Nische bedeutet für dich also einen Zugewinn!

Falls du jedoch unbedingt in mehreren Themengebieten tätig sein möchtest bzw. mehrere Nischen abdecken möchtest, dann können wir dir nur dringend raten, diese getrennt zu bewerben. Das bedeutet: getrennte Webseiten, Designs, Flyer und Broschüren. Gezielte Werbung und Information bringt dir hier mehr als ein Sammelsurium an Angeboten, selbst wenn es nur zwei oder drei sind!